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Sobald in den Alpen der Schnee schmilzt, zwischen den Felsen die ersten Alpenblumen erscheinen und auf den Wiesen frische Kräuter, Gräser und junge Triebe wachsen, wissen wir: Der Sommer ist da.

Leider hält diese Pracht nur kurz an, denn in den Höhenlagen ziehen bereits im Spätsommer die ersten kalten Temperaturen wieder auf. Das bedeutet, bis dahin müssen die Alpen abgeweidet sein, ansonsten wächst das Gras zu hoch, trocknet aus und bleibt als trockenes Gras liegen. Der Boden kann nicht mehr richtig gefrieren, der Schnee findet keinen Halt und die Lawinengefahr steigt. Mit dem Schmelzwasser werden zudem Pflanzen, Wurzeln und ganze Humusschichten mitgerissen, zurück bleibt karger Boden. Viele Bergregionen der Schweiz sind von diesem Problem betroffen.

Im Wallis jedoch hat man eine ebenso einfache wie geniale Lösung gefunden: das Schwarznasenschaf – auch bekannt als der natürliche „Rasenmäher“ der Alpen. Die ursprünglich im Wallis gezüchteten Schafe faszinieren nicht nur mit ihrem markanten Aussehen, sondern übernehmen eine Aufgabe, die für den Erhalt der Berglandschaft entscheidend ist. Sie erreichen steile, schwer zugängliche Flächen, fressen selbst Disteln und Brennnesseln und sorgen dafür, dass die Weiden im Wallis gesund bleiben. 

Um mehr über diese besondere Schafrasse und ihre Bedeutung für Natur und Kultur zu erfahren, haben wir einen Tag lang den Schafzüchter Viktor Seematter im Oberwallis begleitet. Dabei erhielten wir Einblicke sowohl in die Haltung der Schwarznasenschafe als auch in die Abläufe rund um den Alpabzug, der jährlich zahlreiche Interessierte aus dem In- und Ausland ins Wallis zieht.

ein Lamm, das auf dem Schoß eines Schafzüchters sitzt

Bekannt für ihr sanftes Wesen zeigen sich Schwarznasenschafe oft neugierig und zutraulich – selbst auf der Weide suchen sie gern die Nähe zueinander.

Hoch auf der Alp Schwarznasenschafe sind sehr genügsam und unkompliziert, jedoch haben sie es nicht gerne heiss. Deshalb werden sie je nach Wetter zwischen Ende Mai und Ende Juni auf die Alp gebracht, auf über 2'000 Meter Höhe. Dort finden sie an vereinzelten Stellen noch etwas Schnee oder können sich im Schatten der Felsen abkühlen.

Schafe im Schatten

Als natürliche „Rasenmäher“ der Alpen beweiden Walliser Schwarznasenschafe selbst steile, schwer zugängliche Hänge und tragen so entscheidend zum Erhalt der Berglandschaft bei.

Lamm im Schatten

Sie meiden die Hitze und suchen an warmen Tagen kühle, schattige Plätze auf.

Die Schafe ziehen gemeinsam in einer Herde durch das Gelände, wobei ältere Schafe ihr Wissen über Wege und Futterplätze an die jüngeren abgeben. Männliche und weibliche Schafe sind dabei getrennt unterwegs, um ungeplante Deckungen zu vermeiden und die Zucht gezielt zu steuern. Das ist besonders wichtig für die folgende Herbstschau, die nach dem Sommer und dem Alpabzug stattfindet. Hier treffen sich Züchter aus der Gemeinde, um ihre Schwarznasen auszeichnen zu lassen. Fachrichter beurteilen die Tiere nach Körperbau, Rückenlinie, Beinstellung, Fellstruktur, Hörnern und Ausstrahlung – und die Bewertung entscheidet darüber, welche Schafe im kommenden Jahr für die weitere Zucht eingesetzt werden.

Schafe und die Schafzüchter
Die Schafe werden mit einem Schlauch gewaschen
ein Schaf auf einer Wiese

Um eine gute Punktzahl an der Herbstschau zu erzielen, ist es wichtig, die Schafe für ihren Auftritt vorzubereiten. Entdecke in der aktuellen Ausgabe, welche Schritte dafür entscheidend sind. 

Von Chili bis zu scharf angebratenem Lamm: Lass dich von der neuen Sommerausgabe Moderne Schweizer Küche inspirieren und begeistere deine Gäste mit scharf-aromatischen Sommergerichten.

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